Interdisziplinäres Therapiezentrum "Hand in Hand"

Ergotherapie | Logopädie | Physiotherapie

Sensorische Integration bedeutet, jeder Mensch kann Sinneseindrücke fühlen, empfinden und erfahren.

Verschiedene Sinnesempfindungen kommen von unserem eigenen Körper,andere aus der Umwelt. Diese werden dann weiter zum Gehirn geleitet, dort sinnvoll erfasst, eingeordnet, verglichen und gespeichert.

Die Wahrnehmungen können sich dann in einer angemessenen Reaktion äußern, z.B. in der Bewegungs- und Handlungsplanung. Der Prozess der sensorischen Integration beginnt schon während der vorgeburtlichen Kindesentwicklung und gestaltet sich als ein sehr komplexer Vorgang. Alle Bereiche des zentralen Nervensystems, die für eine befriedigende, sinnvolle Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Körper und seiner Umwelt nötig sind, wirken integrierend zusammen.

Die Sinnessysteme arbeiten automatisch und unbewusst ohne jegliche Anstrengung zusammen.

Unser Körperbild entwickelt sich primär aus 3 Basissinnen (vestibulär, propriozeptiv und taktil). Es vermittelt jedem Individuum das Gefühl dafür, wer und wo er ist. Auch die Fernsinne, (auditiv, visuell, gustatorisch und olfaktorisch) sind für eine gute Entwicklung von großer Bedeutung.

Von einer Sensorischen Integrationsstörung spricht man, wenn das Reizangebot im Gehirn nicht ausreichend gut verarbeitet wird. Es kommt zur ungenügenden Übermittlung und Speicherung von Informationen aus dem eigenen Körper.

Dadurch können die Informationen z.B. aus der Umwelt nicht aufeinander abgestimmt und adäquat verarbeitet werden. Man gehtdavon aus, dass ein Kind auf Informationen aus den 3 Basissystemen entweder zuviel (hyper), zuwenig (hypo) oder verwirrt (dys) reagiert.
So gibt es z.B. im Gleichgewichtssystem über-/unterinformierte und dysregulierte Kinder, genauso wie vom Hautempfinden. Im tiefensensiblen System (Muskeln, Sehnen und Gelenke) reagieren die Kinder eher mit einer Unterinformiertheit, d.h sie sind ständig auf der Suche nach tiefensensiblen Reizen, über die sie ihren Körper besser spüren können.

Auffällig werden die Kinder durch z.B.

  • verzögerte motorische Entwicklung
  • häufiges Stolpern oder Fallen, „Tolpatschigkeit“
  • Angst und Unsicherheiten beim Klettern oder Schaukeln
  • mangelndes Sozialverhalten, z.B. plötzliche Wutausbrüche, Aggressivität, Ängste und mangelndes Selbstvertrauen
  • mangelnde Körpereigenwahrnehmung, z.B. falsches Abschätzen von Gefahrenquellen und fehlende Kraftdosierung
  • Ungeschicklichkeit beim Malen und im Umgang mit einem Stift, einer Schere oder Besteck / Werkzeug
  • Verspätete und unklare Entwicklung der Händigkeit
  • Mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeit, wenig Ausdauer sich mit Spielen auseinanderzusetzen
  • Schulische Leistungsfähigkeit ist behindert, z.B. Teilleistungsstörungen, Lese-Rechtschreibschwäche und Legasthenie
  • Dyskalkulie
  • Sprachliche Entwicklung ist verzögert
  • Geräuschempfindlichkeiten

Die sensorische Integrationstherapie ist eine neurophysiologische Behandlung.

Die Ergotherapeut/innen in unserem Hause bringen ein umfangreiches neurologischen Wissen, Kenntnisse von normaler und auffälliger Entwicklung sowie eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen für die optimale Handlungskompetenz der Alltagsbewältigung mit.

Zur Diagnostik nutzen wir anerkannte Verfahren, wie z.B.

  • BOT-2
  • klinische Beobachtungen nach Dr. Jean Ayres
  • Strukturierte Beobachtungen im Spiel
  • Überprüfung der Lateralität
  • FEW-2 als Screening zur Untersuchung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit
  • Verfahren zur Überprüfung der auditiven Wahrnehmung
  • andere Verfahren zur Erkennung von Wahrnehmungs – und Entwicklungsstörungen.
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